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Frühförderung SEHEN

dobDie Frühförderung Sehen des bbs nürnberg freute sich sehr, am 24. Januar 2017 Frau Harriet Bünzli-Seiler für einen Einführungskurs für die App dob pro begrüßen zu dürfen. Dob pro ist ein sehr umfassendes, visuelles Wahrnehmungstraining speziell entwickelt für den Einsatz in der Frühförderung und Heilpädagogik. Es besitzt mehr als 2000 Übungen, wird durch Gesten über den Touchscreen gesteuert und reicht von der einfachen visuellen Stimulation bis zum kognitiven Training. Eine Anpassung der Objekteigenschaften an die individuellen Bedürfnisse des Lernenden ist dabei sehr einfach möglich.

2016 ff nue ff zirndorf 4Weil unser Ausflug zur Feuerwehr im Juli so ein Erfolg war, besuchten wir im September gleich nochmal eine Feuerwehr – diesmal die Freiwillige Feuerwehr in Zirndorf. Gleich am Anfang durften wir mit der Wasserspritze herumspritzen, was eine ganz gute Abkühlung war. Und weil die Sonne geschienen hat, konnten wir sogar einen Regenbogen sehen! 

 

2016 ff feuerwehr 09Die Frühförderung besuchte bei heißem Wetter die Feuerwehrwache in Nürnberg am 09.07.2016. Nachdem mit einem gemeinsamen Picknick gestartet wurde, durften die Kinder mit einem Wasserspritzschlauch einen Brand löschen. Danach zeigte Feuerwehrmann Konrad das Feuerwehrauto mit all seinen interessanten Instrumenten, die für Einsätze gebraucht werden.

 

2016 bergwerk01Aus ganz Oberfranken kamen Familien mit blinden und sehbehinderten Kindern ins Besucherbergwerk nach Kupferberg. Dort wurden sie vom Betriebsleiter Werner Großkop, seiner Frau Doris Wimmer und einem liebevoll vorbereiteten Programm erwartet.

für Kinder mit Sehbehinderung und Blindheit in Kindertagesstätten

Der Fachdienst SEHEN ist ein Aufgabenbereich des interdisziplinären Teams der Frühförderung. Er bietet Förderung an für Kinder mit Sehschädigung, sowie Bera-tung und Begleitung für Eltern und Kindertagesstätten. Auftraggeber, Vertragspartner und Förderort für den Fachdienst ist die Kindertagesstätte (Kita).

Der Fachdienst mit Förderschwerpunkt SEHEN richtet seinen Fokus auf die soziale Integration des Kindes mit Sehschädigung im Rahmen der Kita. Die pädagogischen Interventionen des Fachdienstes erfolgen, in enger Absprache mit dem Fachpersonal der Kita, vorrangig in Kleingruppen bzw. in der Gesamtgruppe. Individuelle Einzelförderung des Kindes mit Sehschädigung ist angezeigt, wenn das Rahmenprogramm der Kita eine blinden- bzw. sehbehindertenspezifische Aufbereitung notwendig macht. Auch hier ist die Einbindung des Fachpersonals der Kita unerlässlich.

Die Arbeit des Fachdienstes unterscheidet sich somit in ihren Grundlagen von Frühfördermaßnahmen. Der Fachdienst ergänzt die notwendige blinden- und sehbehindertenspezifische Einzelförderung der Frühförderung, die mit ihrer Schulung behinderungsspezifischer Fähigkeiten und Fertigkeiten die Basis für den Prozess der sozialen Einbindung in die Gruppe und der Teilhabe an der Gesellschaft bildet.

Ziel des Fachdienstes ist es, in Zusammenarbeit mit Kindertagesstätte, Elternhaus und anderen Interaktionspartnern

  • die individuelle Entwicklung des Kindes unter besonderer Berücksichtigung des Förderschwerpunktes „Sehen“ und der Kompensation der visuellen Einschränkung im Verbund der Gruppe zu fördern
  • den Integrationsprozess mit den zur Verfügung stehenden, personellen, sachlichen und kindergruppenspezifischen Ressourcen zu unterstützen
  • im Hinblick auf den Schulbesuch und das jeweilige Vorschulprogramm der Kindertagesstätte individuell sehgeschädigtenspezifisch zu beraten und die notwendigen Bedingungen dafür zu schaffen.

Der Fachdienst für blinde und sehbehinderte Kinder bietet an

  • Informationsweitergabe sehbehinderten und blindenspezifischen Fachwissens
  • Erlebensmöglichkeiten zu Auswirkungen der Sehschädigung auf Alltagssituationen für Fachkräfte in Kitas und Eltern
  • Entwicklung gemeinsamer Arbeitskonzepte, Diagnostik und Förderplanung
  • blinden- bzw. sehbehindertenspezifische Beratung hinsichtlich Raumgestaltung, Spielmaterial, Hilfsmittel und Fachliteratur
  • kindbezogene Beratungsgespräche, punktuell oder Prozess begleitend
  • Unterstützung der pädagogischen Fachkräfte der Kita bei der Elternarbeit im Zusammenhang mit behindertenspezifischen Fragen
  • Beobachtung des Kindes und Reflexion verschiedener Spielsituationen im Rahmen des Gruppengeschehens
  • gruppenbedarfsorientierte Einzelförderung des sehgeschädigten Kindes
  • Integrationsförderung innerhalb der Kita-Gruppe und in Kleingruppen
  • Angebote für die Gesamtgruppe zur Sensibilisierung der Kita-Kinder in Bezug auf Individualität und „Verschieden-Sein“
  • Hospitation für pädagogische Fachkräfte der Kita bei Förderstunden
  • Fortbildungen für die pädagogischen Fachkräfte der Kita
  • Angebote für die Elternschaft der Kita

Detailinformationen zum Beratungsangebot für das pädagogische Personal der Kita und zur konkreten inhaltlichen Ausgestaltung des Fachdienstes

Spezifische Informationen zum Kind

  • Anamnese und Entwicklungsstand
  • Entwicklungsbesonderheiten
  • Stand der Förderung

Spezifische Informationen zur Sehbehinderung/Blindheit

  • Ursache
  • Diagnose
  • funktionales Sehen
  • Besonderheiten (z. B. Blendempfindlichkeit, Gesichtsfeldausfall)
  • optische Hilfsmittel (z. B. Brille, Lupe, spezielle Beleuchtung)
  • Hinweis auf bzw. Bereitstellung von Fachliteratur

Entwicklung gemeinsamer Arbeitskonzepte

  • Situationsanalyse
  • Festlegung von Zielen
  • Verteilung von Arbeitsaufträgen
  • Absprache der Dokumentation

Unterstützung im Gruppenprozess

  • Wahrnehmung der persönlichen Grenzen aller Kinder unterstützen
  • Wahrnehmung der behinderungsbedingten Grenzen unterstützen
  • die soziale Akzeptanz „anders zu sein“ erlebbar machen
  • Bestärkung zur Artikulation von Hilfebedarf und Einforderung von Hilfe
  • eigene Stärken des sehbehinderten/blinden Kindes in der Gruppe erfahrbar machen
  • Steuerung von Gruppenprozessen, um Teilhabe zu ermöglichen
  • über entsprechende Spielformen eigene positive Beiträge zum Gruppenprozess ermöglichen
  • Aufbau des Selbstbewusstseins durch stabilisierende Gruppendynamik

Didaktisch-methodisches Vorgehen

  • Farbe, Form, Licht, Kontrast
  • mehr Zeit, Wiederholung
  • genaueres und längeres Betrachten
  • Orientierungspunkte setzen
  • Wortunterstützung, Blickkontakt
  • Systematik und Struktur
  • Einbeziehung aller Sinne
  • Förderung kompensatorischer Fähigkeiten

Unterstützung von Orientierung, Mobilität und lebenspraktischen Fertigkeiten

  • Erarbeiten von Wegen im Innen- und Außenraum der Kita
  • Gestaltung der Räumlichkeiten nach Gesichtspunkten der Sehbehinderten- und Blindenpädagogik
  • Einbeziehung von Reha-Lehrern des Bildungszentrums für Blinde und Sehbehinderte Nürnberg
  • Einpassung von Reha-Techniken in die situativen Gegebenheiten der Kita

Kriterien zur Wahl blinden- und sehbehindertenspezifischer Fördermaterialien

  • Sichten des Spiel- und Fördermaterials der Gruppe
  • Überprüfung der Einsetzbarkeit
  • Adaptation
  • Ideenbörse: Neuentwicklung von Aktionen und Spielformen
  • Bereitstellung von spezifischem Fördermaterial

Fortbildungsbereich

  • Selbsterfahrung mit Simulationsbrillen bzw. Augenbinden für MitarbeiterInnen der Kita
  • Fortbildungstag am Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte Nürnberg für MitarbeiterInnen in Kitas
  • Begleitung von Austauschforen für PädagogInnen in Kitas
  • kennwortgeschütztes Internetforum zu Fragen der konkreten Integration eines sehgeschädigten Kindes in die Kita

Rechtliche Informationen

  • Schutzvorschriften
  • Sportbrille als Zweitbrille
  • Tragen der Blindenbinde
  • Schwerbehindertenausweis
  • Anspruch auf Reha-Leistungen
  • Aufsichtspflicht
  • Verweis auf umfassende rechtliche Beratung durch den Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB)