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Die Klasse BB/DM/IK1 besuchte vom 30. Mai 2016 bis 03. Juni 2016 unsere Hauptstadt. Nach ca. fünf Stunden Fahrt erreichten wir Berlin und bekamen bereits im Auto die ersten Eindrücke von der Stadt mit über 3,5 Millionen Einwohnern. Unsere Unterkunft war ein Hausboot, relativ zentral in der Stadt, aber in einem Park doch etwas abgelegen. Wir wohnten mitten auf der Spree und auf sehr gemütlichem Raum.

Am ersten Tag lebten wir uns in unserer neuen Unterkunft ein und halfen am Abend alle gemeinsam mit, um ein richtig gutes Abendessen vorzubereiten. Leider war das Wetter die ganze Woche über sehr wechselhaft und so musste man ziemlich oft Dinge umplanen.

Am Dienstag verbrachten wir fast den ganzen Tag im Bundestag. Nach langwierigen, genauen Kontrollen, durften wir schließlich an einer Führung teilnehmen. Das Gebäude ist riesig und sehr verwirrend, zumindest für uns Außenstehende. Unsere Führerin erzählte uns von den verschiedenen Sälen und vom Zweck, den sie haben. Der Bundestag hat etwa 630 Abgeordnete. Jeder von ihnen benötige wohl drei Büros. Deshalb wurde auch ein Gebäude mit über 1.800 Büros nur für die Abgeordneten gebaut. Alle Gebäude des Bundestags sind mit unterirdischen Gängen verbunden. Über Förderbänder können so bei jedem Wetter die Abgeordneten von einem Gebäude zum anderen und zusätzlich auch Post, Akten etc. problemlos transportieren. Nach der Führung durften wir auf die Dachterrasse und anschließend auf die Kuppel. Die Kuppel vertritt die Klimatechnik und sorgt im riesen Gebäude für Luft- und Druckausgleich. Durch ein Audioguide wurden wir beim Aufstieg einer 230 Meter langen Rampe begleitet. Da man Berlin von oben sehen konnte, wurde zu den verschiedensten Gebäuden etwas erzählt. Nach dem Mittagessen, wozu uns der Bundestag einlud, hatten wir ein Gespräch mit der Büroleiterin eines Abgeordneten. Der eigentliche Termin war mit ihm persönlich vereinbart, aber leider werden diese Menschen oftmals an Terminen gehindert, weil sie viel reisen müssen und es nicht pünktlich wieder zurück schaffen. Doch auch die Büroleiterin konnte uns viel erzählen. Sie war sehr offen und wir durften alles fragen, Anregungen aussprechen und auch Kritik an einigen Themen haben, ohne dass sie abweisend reagierte. Nach dem langen Besuch gingen wir wieder nach Hause und spürten im öffentlichen Nahverkehr die Stadt und ihr Leben. Fast 1,5 Stunden haben wir für eine Strecke gebraucht, die man eigentlich auch in 20 Minuten zurücklegt. Für viele von uns war das ungewohnt, anstrengend und sehr ermüdend, sodass am Restabend gemeinschaftlich nichts mehr unternommen wurde und wegging, wer wollte.

Am darauf folgenden Tag regnete es den ganzen Vormittag. Wir machten eine Stadtrundfahrt mit dem öffentlichen Bus, wobei uns die Politikwissenschaftlerin Frau Dr. Fromme als professionelle Stadtführerin, begleitete. An wichtigen Plätzen stiegen wir aus, sie erzählte etwas dazu und dann nahmen wir den nächsten Bus wieder. Trotz des vielen Regens war die Führung sehr interessant und wir konnten uns geschichtlich wirklich bilden. Wir sahen den Fernsehturm, das Brandenburger Tor, die Gedächtniskirche, verschiedene bedeutende Universitäten und gingen außerdem auch durch den Platz, auf dem die Bücherverbrennung zur Zeit des Nationalsozialismus stattfand. Außerdem besuchten wir noch einige Denkmäler. Die Geschichten, die die Führerin in diesen Zusammenhängen erzählte waren wirklich rührend. Der Rest des Nachmittages und auch der Abend stand jedem von uns zur freien Verfügung.

Am letzten Tag trafen wir uns wieder mit Frau Dr. Fromme. Diesmal machten wir eine Führung zu Fuß durch die Stadt und bezogen uns im Schwerpunkt auf die Berliner Mauer, das Leben in der DDR und die dreisten Pläne der DDR-Politiker, die durch eine große Anzahl an Soldaten, Schäferhunden, Selbstschussanlagen und weiteren Maßnahmen jenen Fluchtversuch verhinderten oder mit dem Tod bestraften. Außerdem sahen wir uns einen Wachturm an, worin die Soldaten überprüften, ob sich jemand der Grenze nährt. In der Stadt selbst sind noch drei Wachtürme erhalten, insgesamt gab es etwa 600. Auch hier besichtigten wir Denkmäler, wie beispielsweise das des Holocausts, das an die vielen verstorbenen Juden im Nationalsozialismus erinnern soll. Das Denkmal besteht aus insgesamt 2.711 Betonsäulen, die unterschiedlich hoch und breit ausgerichtet sind. Wir durften auch durchlaufen und uns eigene Gedanken zum Denkmal machen. Der Künstler nannte den Platz „The Place without Meaning“ - also der Platz ohne bestimmte Bedeutung, um eben einen freien Gedankengang zu ermöglichen.

Anschließend besichtigten wir die Berliner Mauer, standen auf dem Todesstreifen und konnten die Mauer auch an einigen Stellen anfassen. Auch dazu gab es unglaubliche Geschichten zu erzählen. In solchen Momenten wurde uns klar, wie gut wir es heute haben, auch wenn es heute auf der Welt immer noch große Probleme gibt. Aber für das Überqueren einer Grenze, um die Familie oder Freunde zu sehen, werden wir nicht mehr getötet. Zuletzt liefen wir zum Checkpoint Charlie. Checkpoint steht für Überwachungspunkt, der damals von den Amerikanern besetzt wurde. Neben Checkpoint Charlie gab es noch Checkpoint Alpha und Checkpoint Bravo. Heute ist der Überwachungsposten zu einem Museum umfunktioniert worden, das gespaltene Meinungen mit sich trägt. In einer bunten Uniform stehen junge Leute als Soldaten verkleidet und bieten ein Foto an. Das ist eins der Beispiele, worüber sich viele freuen und amüsieren, jedoch sich einige auch darüber aufregen, wie man so eine schlimme Zeit so runterspielen könne. Nach einer Stärkung machten wir am Nachmittag eine Schiffsrundfahrt durch Berlin, die ca. eine Stunde dauerte. Auch hier wurden die wichtigsten Gebäude angefahren und Geschichten dazu erzählt. Die Führung übernahm eine Schulklasse als Projekt. Der Rest des Nachmittages stand uns wieder frei und wir konnten hingehen, wohin wir wollten. Doch am Donnerstag Abend fuhren wir gemeinsam zum Stadtteil Friedrichshain. Frau Feige und Herr Jaklin waren von diesem ganz begeistert: eine Kneipe liegt dort neben der anderen; die Menschen saßen im Freien und genossen das warme Wetter. Unser Ziel war die Musikbar Artliners, weil Andi dort einen Auftritt mit Terry Lee Burns hatte. Einige von uns lauschten, andere zogen um die Häuser. Um 24.00 h waren dann aber auch die Letzten auf dem Boot zurück. Am Freitag ging es nur noch organisatorisch zu. Wir reisten ab und kamen um ca. 14:00 Uhr wieder ins bbs nürnberg zurück.

Die Reise nach Berlin war sehr abenteuerlich, teilweise wirklich anstrengend, aber mit immer großem Spaß verbunden. Auch wenn das Wetter sehr wechselhaft war, machten wir uns eine wirklich schöne Zeit und behalten das Ganze als ein unvergessliches Erlebnis in Erinnerung.

Autor: Franci Di Nato (IK 1)