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Torballturnier aus der Sicht eines Sehenden

Nach dem gelungenem Start im vergangenen Jahr hat Waltraud Zinnert, geb. Wamser, wieder ein Ehemaligen-Torballturnier organisiert, das am 12. April 2014 in Bischofsgrün stattfand.

Die Schirmherrschaft für das Turnier übernahm, wie im vergangenen Jahr, der Bürgermeister von Bischofsgrün Stephan Unglaub. Beim Finalspiel zeigte er sich beeindruckt von der Leistung der Spieler/innen und bedankte sich bei Waltraud Zinnert für die Organisation und den Helfer/innen für die Unterstützung im Vorfeld und während des Turnieres.

Seit Oktober 2013 war Waltraud Zinnert mit der Organisation und Planung beschäftigt! Ein Sporthallentermin musste festgelegt werden, Torballteppiche, Glöckchenleinen und Preise für die Siegerehrung wurden besorgt, einen Torball gab es als Gastgeschenk von den Frankfurter Spieler/innen. Für die Schiedsrichterei wurde, nach erfolgreicher Bewährung 2013, wieder die "Pfeife" Frau Kempkes engagiert. Unterstützung bekamen die Spieler/innen auch von der ehemaligen Jahrespraktikantin Carmen Hecht, die den Kontakt zur "Blindi" aufrecht erhalten hat.

Um 11.00 Uhr ging es, nach einem Aufwärmprogramm unter der Anleitung von Rainer, los:
6 ehemalige Schülerinnen (Waltraud Zinnert, Sabine Wuttke geb. Wamser, Tanja Pregler, Marion Peterreins, Melanie Egerer und Elke Trebes) und 7 sehbehinderte Sportler aus Frankfurt, Erlangen und Stuttgart (Horst Zinnert, Gerd Schmidt, Jürgen Becker, Rainer Jost, Uwe Marquardt, Sebastian Beerschneider und Andreas Becker/s) kämpften in einem spannenden Turnier in 4 Mixed-Mannschaften um den Titel 1. Sieger beim 2. Ehemaligen-Torballturnier 2014 in Bischofsgrün.

Nach 3 Stunden stand die Siegermannschaft fest:
1. Platz Blindschleichen
2. Platz Maulwürfe
3. Platz Luchse
4. Platz Adler

Für die Teilnehmer/innen war es wieder ein Riesenspaß gemeinsam Torball zu spielen, Zeit miteinander zu verbringen, über die alten Zeiten zu plaudern - auch wenn die Nachwirkungen der erkämpften "Wehwehchen" noch einige Zeit zu spüren sein werden.

Mechthild Kempkes
14.04.2014

 

Torballturnier aus der Sicht eines Sehenden

Am 12.04.2014 fand in Bischofsgrün ein Torballturnier statt, bei dem auch ich als Sehende mit ein paar anderen Interessierten, teilnehmen konnte. Anfangs schauten wir Sehenden den Profis zu. Für mich sah das alles sehr einfach aus und 2 x 5 Minuten fand ich als Spielzeit wenig. Es machte großen Spaß zuzuschauen.

Nach der „Hinrunde“ der Profis, durften je 2 Sehende mit einem Blinden in der Mannschaft spielen. Wir bekamen Augenmasken und Ellbogen- und Knieschoner und dann ging es auch schon los. Zu Beginn war es schwierig, den Klingelball richtig wahrzunehmen. Ich dachte, dass der Klingelball ein Softball ist, damit er nicht weh tut. Weit gefehlt! Der Ball war tatsächlich so hart wie ein Fußball. Wenn man den Körper nicht angespannt hatte und getroffen wurde, schmerzte das. Außerdem fiel es mir schwer, plötzlich auf meine Augen zu verzichten. Ich merkte, wie anstrengend es für mich ist, mich auf meine anderen Sinnesorgane zu verlassen und dann auch noch körperlich tätig zu werden. Es war tatsächlich körperlich wie geistig sehr anstrengend und nach den ersten fünf Minuten habe ich schon sehr geschwitzt.

In den Pausen bekamen wir Tipps von den Profis und schon ging es besser. Ich hatte beim Torballturnier jede Menge Spaß, Sport und auch noch gute Verpflegung, dank der großartigen Organisatoren. Es lohnt sich für jeden Sehenden, diese tolle Sportart einmal auszuprobieren oder auch einfach nur zuzuschauen. Ich bin nächstes Mal auf jeden Fall wieder dabei!

Stephanie Hedler