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Der Arbeitskreis wurde ins Leben gerufen, weil die Lehrkräfte der Einrichtung seit Jahren beobachten, dass einige blinde Schülerinnen und Schüler in der Berufsvorbereitung und -ausbildung Schwierigkeiten beim sinnerfassenden Lesen von gedrucktem Brailletext in Voll- und Kurzschrift sowie auf der Braillezeile haben. Diese Entwicklung sehen die Lehrkräfte angesichts der Fortschritte in Bildung, Information und vor allem Selbstbestimmung und Lebensqualität als sehr bedenklich an.

Zu den Mitgliedern des Arbeitskreises gehören Angelika Gradel (Stellvertretende Schulleiterin), Marianne Härth (Lehrkraft Brailleschrift), Margit Schaßberger (Diplom-Handelslehrerin), Klaus Müller (Sonderschuloberlehrer) und Dr. Aleksander Pavkovic (Anleiter für IT-Kompetenzschulung). Letzterer ist auch Braille-Botschafter für den Weltkongress Braille21. Alle Mitglieder bis auf Frau Gradel sind selbst von Blindheit betroffen und am bbs nürnberg im Bereich berufliche Bildung tätig.

Der Arbeitskreis hat sich zur Aufgabe gemacht, den Braille-Unterricht in ein modularisiertes Fach umzusetzen und dessen inhaltliche Ausgestaltung vorzubereiten. Den Schülerinnen und Schülern soll es ermöglicht werden, in den Teilbereichen Blindenvoll- und -kurzschrift sowie Computerbraille Zertifikate zu erwerben, ohne dass sich die Leistungen in Braille – für Außenstehende oft schwer einschätzbar – in Form von Zeugnisnoten niederschlagen. Als Nebeneffekt erhoffen sich die Fachkräfte, dass die Schüler mehr dazu motiviert werden, die Brailleschrift zu nutzen und nicht auf die »bequeme« Sprachausgabe zurückgreifen.

In der Sitzung wurden die Module inhaltlich in Vollschrift, Kurzschrift und Computer- und Euro-Braille konkretisiert. Andere Braille-Systeme wie Mathematik-, Chemie- und Musiknotenschrift vermitteln die Lehrkräfte im Unterricht fachbezogen. Insbesondere die Musiknotenschrift ist deutschlandweit nur noch am bbs nürnberg fester schulischer Unterrichtsinhalt. Flüssiges Schreiben und Lesen der erlernten Brailleschrift bei steigender angemessener Lese- und Schreibgeschwindigkeit ist das Anliegen aller Module. Diese Fertigkeit benötigt jeder blinde Mensch zur Bewältigung seines privaten und vor allem beruflichen Lebens. Die Fähigkeit, selbst zu lesen und zu schreiben, muss daher stets das Ziel der Bildung für blinde Menschen bleiben.

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Text von: http://www.braille21.net/de/presse